Bürolicht
Teil von Wie werden Leuchtenanbieter für Gewerbekunden ausgewählt und Angebote verglichen?
Checkliste für die Anbieterauswahl bei Gewerbeleuchten
Anbieterauswahl Gewerbeleuchten: Checkliste mit CE, ENEC, VDE, Referenzen, Lieferzeiten, Garantie, Ersatzteilen und Preisen in Euro inkl. MwSt.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Nachweise zuerst: CE-Kennzeichnung, ENEC-Zertifikat und VDE-Prüfzeichen getrennt anfordern.
- Preise nur in Euro inklusive Mehrwertsteuer und mit Bezugszeitraum vergleichen.
- Garantie, Ersatzteilverfügbarkeit und Ansprechpartner schriftlich im Angebot verlangen.
- Referenzen aus vergleichbaren Objekten prüfen und eine IHK-Auskunft zur Bonität einholen.
- Beleuchtungsstärken nach ASR A3.4 und DIN EN 12464-1 im Lastenheft festschreiben.
Nachweise und Normen zuerst prüfen
Der erste Schritt der Anbieterauswahl bei Gewerbeleuchten betrifft Papiere, nicht Preise. Fordern Sie für jede Leuchte eine Konformitätserklärung mit CE-Kennzeichnung an. Dieses Zeichen ist eine Erklärung des Herstellers und keine Zulassung durch eine Behörde.
Ergänzend sollten Sie ein unabhängiges Prüfzeichen verlangen, etwa das ENEC-Zertifikat oder ein VDE-Prüfzeichen. Welche Prüfzeichen der Verband für Leuchten und Betriebsgeräte vergibt, beschreibt das Arbeitsfeld Standards des VDE.
Seit September 2021 gelten für Lichtquellen und getrennt verkaufte Betriebsgeräte die Ökodesign-Anforderungen der EU-Verordnung 2019/2020. Sie regeln Mindestwerte für Effizienz und die Austauschbarkeit von Lichtquelle und Treiber. Fragen Sie nach, ob sich beides ohne Werkzeug tauschen lässt. Austauschbare Bauteile senken die Folgekosten über die Nutzungsdauer.
Anforderungen aus dem Arbeitsstättenrecht
Die Beleuchtungsstärke am Arbeitsplatz ergibt sich aus der ASR A3.4 Beleuchtung und Sichtverbindung der BAuA, die Werte und Anforderungen für Büro- und Arbeitsräume festlegt.
Verlangen Sie zum Angebot einen Lichtplan mit Wartungswert, Gleichmäßigkeit und Blendungsbewertung. Ohne Plan lässt sich die zugesagte Qualität später nicht nachprüfen. Prüfen Sie außerdem die Schutzart nach IP-Code, denn Hallen mit Staub oder Feuchtigkeit stellen andere Anforderungen als ein Büro.
Anbietervergleich in einer Tabelle
| Kriterium | Anforderung | Nachweis |
|---|---|---|
| Lichtstrom und Leistung | Lumen und Watt je Leuchte, Systemleistung | Datenblatt, Messprotokoll |
| Lichtqualität | Farbwiedergabe Ra ab 80, Lichtfarbe nach Nutzung | Datenblatt |
| Lebensdauer | Angabe L80B10 mit Betriebsstunden | Herstellerangabe |
| Schutzart | passend zum Raum, etwa IP 54 in Hallen | Zertifikat |
| Garantie | Dauer, Reaktionszeit, Austauschverfahren | Garantieerklärung |
| Ersatzteile | Verfügbarkeit in Jahren, Preisliste | schriftliche Zusage |
| Lieferzeit | Termin je Position mit Datum | Auftragsbestätigung |
| Preis | Euro inklusive Mehrwertsteuer je Leuchte | Angebot |
Lieferzeiten, Garantie und Ersatzteile zusagen lassen
Vier Punkte gehören wörtlich ins Angebot:
- Liefertermin je Position mit Datum und Regelung für den Verzugsfall.
- Garantiedauer, Reaktionszeit und Austauschverfahren bei Ausfall.
- Ersatzteilversorgung mit Jahren der Verfügbarkeit und Preisliste.
- Servicestelle mit Ansprechpartner, Telefonnummer und Erreichbarkeit.
Unverbindliche Angaben wie "kurzfristig" oder "auf Anfrage" sind kein Nachweis. Bestehen Sie auf Datumsangaben und benannten Personen.
Preise in Euro inklusive Mehrwertsteuer vergleichen
Beispielrechnung mit angenommenen Angebotspreisen für eine Halle mit 40 Leuchten:
- Anbieter A: 165 Euro je Leuchte inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer, Summe 6.600 Euro, Ersatztreiber 38 Euro.
- Anbieter B: 149 Euro je Leuchte, dazu 22 Euro Montagematerial, Summe 6.840 Euro, Ersatztreiber 72 Euro.
Der günstigere Listenpreis liegt bei Anbieter B, die Gesamtkosten sind dort um 240 Euro höher. Bei sechs Treiberwechseln über zehn Jahre kommen weitere rund 204 Euro hinzu. Rechnen Sie deshalb immer die Folgekosten mit.
Referenzen und Auskünfte einholen
Lassen Sie sich Referenzobjekte mit Ansprechpartner und Objektgröße nennen und fragen Sie dort nach Termintreue und Ersatzteillogistik. Zusätzlich hilft eine Auskunft der Industrie- und Handelskammer zur wirtschaftlichen Lage des Anbieters. Bei Investitionen über mehrere zehntausend Euro ist das ein üblicher Schritt.
Prüfen Sie auch, ob der Anbieter Lichtberechnung, Montage und Entsorgung selbst leistet oder Unternehmer einsetzt.
Häufige Fragen
Welche Nachweise sollte ein Anbieter für Gewerbeleuchten vorlegen?
Konformitätserklärung mit CE-Kennzeichnung, ein unabhängiges Prüfzeichen wie ENEC oder VDE, Datenblätter zu Lichtstrom, Farbwiedergabe und Lebensdauer sowie einen Lichtplan zum Objekt.
Wie lange sollte die Garantie laufen?
Gesetzlich gilt bei Neuware eine Gewährleistung von zwei Jahren, im Geschäftsverkehr sind Verkürzungen möglich. Prüfen Sie die Garantiezusage im Angebot getrennt und lassen Sie Reaktionszeiten im Störungsfall benennen.
Warum zählen Ersatzteile zur Wirtschaftlichkeit?
Weil Treiber und Lichtquellen die häufigsten Ausfallteile sind. Ein Treiber für 72 Euro statt 38 Euro kostet bei mehreren Wechseln über die Nutzungsdauer mehr als der Preisunterschied beim Kauf.
Was gehört in die Preisabfrage?
Der Preis je Leuchte in Euro inklusive Mehrwertsteuer, Lieferzeit mit Datum, Montagematerial, Inbetriebnahme, Entsorgung der Altleuchten und die Preise für Ersatzteile.
Woran erkenne ich ein vollständiges Angebot?
Ein vollständiges Angebot enthält Lichtplan, Nachweise, Preise in Euro inklusive Mehrwertsteuer, Liefertermin mit Datum, Garantiezusage und Ersatzteilpreise.