Bürolicht

Teil von Die Auslegung einer Hallenbeleuchtung: Entscheidungen, Regelwerke und Betriebsaufgaben

Leuchten für Werkstätten Anforderungen Schutzarten und Auswahlkriterien

Leuchten für Werkstätten: IP- und IK-Schutzarten, DTL, DALI, Lichtausbeute, Beleuchtungsstärken nach DIN EN 12464-1, DGUV-Vorgaben und Anbieter im Überblick.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Werkstattleuchten folgen DIN EN 12464-1, der ASR A3.4 und dem Anhang der ArbStättV.
  • IP-Schutzarten regeln Staub und Wasser, IK-Werte die Stoßfestigkeit.
  • DTL steht für digital dimmbare Betriebsgeräte, DALI für das Bussystem.
  • Lichtausbeute und Effizienzklasse folgen den EU-Verordnungen 2019/2020 und 2019/2015.
  • Typische Anbieter sind Zumtobel, Trilux, Siteco, Philips (Signify) und Regiolux.

Schutzarten: IP und IK für den Werkstattalltag

Staub, Späne, Kühlmittelnebel und Feuchtigkeit bestimmen, welche Leuchte in eine Werkstatt passt. Die IP-Schutzart nach DIN EN 60529 beschreibt den Schutz gegen Fremdkörper und Wasser. In trockenen Bereichen genügt oft IP40, bei Nassbearbeitung oder Reinigung mit Wasser sind IP54 und IP65 üblich.

Die erste Ziffer steht für Berührungs- und Staubschutz, die zweite für Wasserschutz. IP5X bedeutet staubgeschützt, IP6X staubdicht. In Waschhallen, Lackierkabinen und Lebensmittelbetrieben ist IP65 mit Strahlwasserschutz die Regel, IP69K hält zusätzlich Hochdruckreinigung aus.

Der IK-Wert nach DIN EN 62262 gibt an, welchen Stoß die Leuchte übersteht. Unter Gabelstaplerverkehr, Arbeitsbühnen oder hängenden Lasten sind IK08 oder IK10 sinnvoll, weil sonst Wannen und Abdeckungen brechen.

Auch die Umgebungstemperatur zählt. Über 40 Grad Celsius verkürzen die Lebensdauer der Elektronik, deshalb nennt der Hersteller einen Ta-Bereich. In Kühlräumen verhindert eine geeignete Bauform Kondensat an der Abdeckung. Welche Anforderungen gelten, fasst die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in ihren Grundlagen zur Beleuchtung von Arbeitsstätten zusammen.

Beleuchtungsstärken und Normen für Werkstattbereiche

Die DIN EN 12464-1 legt Beleuchtungsstärken für Arbeitsplätze fest und begrenzt die Blendung. Die ASR A3.4 konkretisiert diese Werte für Arbeitsstätten. Der Anhang der Arbeitsstättenverordnung regelt zusätzlich Beleuchtung, Sichtverbindung und Sicherheitsbeleuchtung.

Typische Wartungswerte für Werkstätten:

Bereich Beleuchtungsstärke
Grobe Montage, Lager 200 lx
Maschinenarbeit, normale Montage 300 lx
Feinmontage, Näherei 500 lx
Prüfen, Messen, Elektronik 750 lx
Farbprüfung, Präzisionsarbeit 1000 lx

Die Werte sind Orientierungswerte der Norm, maßgeblich bleibt die konkrete Tätigkeit.

Neben der Beleuchtungsstärke fordert die Norm eine Gleichmäßigkeit von mindestens 0,6 im Arbeitsbereich sowie einen UGR-Wert von höchstens 25. Die Farbwiedergabe soll Ra 80 erreichen, bei Farbabgleich und Elektronikfertigung Ra 90.

Dazu kommt der Wartungsfaktor. Verschmutzung und Alterung mindern den Lichtstrom, deshalb plant man Lichtpunkte mit Reserve und reinigt die Abdeckungen regelmäßig.

Lichtausbeute, DTL und DALI als Auswahlkriterien

Die Lichtausbeute sagt, wie viele Lumen eine Leuchte je Watt liefert. Effiziente LED-Hallenleuchten erreichen 120 bis 150 Lumen je Watt. Die Ökodesign-Verordnung 2019/2020 setzt Mindestanforderungen an Lichtquellen und Betriebsgeräte.

Verbrauch und Effizienzklasse folgen der Energieverbrauchskennzeichnung nach der Verordnung 2019/2015. Beim Angebotsvergleich zählt die Systemleistung aus Leuchte und Betriebsgerät, nicht nur die Leistung des Leuchtmittels.

DTL bezeichnet digital dimmbare Betriebsgeräte, die sich stufenlos regeln lassen. DALI ist ein Bussystem, über das Leuchten adressiert, gruppiert und gedimmt werden. Mit Tageslichtregelung und Präsenzmeldern sinkt der Verbrauch in Werkstätten spürbar.

Für die Planung heißt das: DALI-Treiber und Sensorik vorsehen, wenn Zonen später getrennt geschaltet werden sollen. In einfachen Hallen reicht eine DTL-Ausführung mit Schalter oder Bewegungsmelder.

Hersteller und Vorgehen bei der Beschaffung

In Deutschland sind unter anderem Zumtobel, Trilux, Siteco, Philips (Signify) und Regiolux aktiv. Zumtobel liefert Lichtbänder und Lichtmanagement, Trilux Hallenleuchten und das Steuerungssystem LiveLink. Siteco und Philips decken Hallen- und Feuchtraumleuchten ab, Regiolux fertigt Feuchtraum- und Hallenleuchten in Deutschland.

Diese Schritte bringen Vergleichbarkeit:

  1. Tätigkeiten und Zonen auflisten und die Beleuchtungsstärke je Bereich festlegen.
  2. IP- und IK-Anforderungen aus Umgebung und Reinigungsart ableiten.
  3. Steuerungsart bestimmen: Schalter, DTL oder DALI mit Sensorik.
  4. Angebote auf Systemleistung, Lichtausbeute und Wartungsfaktor prüfen.
  5. Nachweise zu Normen, Kennzeichnung und Entsorgung anfordern.

Das DGUV-Regelwerk mit Vorschriften und Informationen gehört in die Ausschreibung, weil es elektrische Anlagen, Prüffristen und Verantwortlichkeiten betrifft.

Häufige Fragen

Welche IP-Schutzart brauchen Leuchten in einer Werkstatt?

In trockenen Bereichen genügt oft IP40. Bei Staub, Spänen und Feuchtigkeit sind IP54 oder IP65 üblich, in Nassbereichen mit Hochdruckreinigung IP69K.

Wie hoch muss die Beleuchtungsstärke am Arbeitsplatz sein?

Das richtet sich nach der Tätigkeit: 200 bis 300 lx bei grober Montage, 500 lx bei Feinmontage, bis 1000 lx bei Prüf- und Präzisionsarbeit nach DIN EN 12464-1.

Was unterscheidet DTL von DALI?

DTL sind digital dimmbare Betriebsgeräte ohne Busadressierung. DALI ist ein Bussystem, das einzelne Leuchten adressiert und über Sensoren steuert.

Müssen Leuchten in Werkstätten regelmäßig geprüft werden?

Ja. Elektrische Betriebsmittel sind wiederkehrend zu prüfen, Umfang und Fristen ergeben sich aus den DGUV-Vorgaben und der Gefährdungsbeurteilung des Betriebs.

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