Bürolicht
Teil von Betriebskosten der Gewerbeleuchtung sachlich in vier Kostenblöcken ordnen
Ladenbeleuchtung Energieeffizienz: Normwerte und Einsparmaßnahmen
Ladenbeleuchtung Energieeffizienz: Normwerte nach DIN EN 12464-1 in Lux, Ra und UGR, dazu LED-Spots, Dimmen, Präsenzsteuerung und Beispielkosten in Euro.
Das Wichtigste auf einen Blick
- DIN EN 12464-1 fordert für Verkaufsräume 300 lx, im Kassenbereich 500 lx und auf Regalflächen 200 lx.
- Farbwiedergabe Ra 80 ist die Untergrenze, für Textilien und Frischware sind Ra 90 üblich.
- Typische Lichtfarben sind 3000 K für Mode und Wohnbereich, 4000 K für Technik und Frische.
- LED-Spots, Dimmen und Tageslichtregelung senken den Strombedarf um 50 bis 80 Prozent.
- Eine Beispielrechnung für 400 m² Verkaufsfläche ergibt rund 4.500 Euro Vorteil pro Jahr inklusive MwSt.
Normwerte für Verkaufsräume
DIN EN 12464-1 ist die zentrale Norm für die Beleuchtung an Arbeitsstätten. Für Verkaufsstätten nennt sie Wartungswerte: 300 lx auf der Verkaufsfläche, 500 lx im Kassenbereich und 200 lx auf Regal- und Warenflächen. Wartungswert bedeutet, dass die Anlage diese Werte auch nach Jahren und trotz Verschmutzung erreicht.
Zwei weitere Planungswerte stehen daneben. Der UGR begrenzt die Direktblendung und liegt im Verkaufsraum bei 22, an der Kasse bei 19. Die Farbwiedergabe Ra beschreibt, wie natürlich Warenfarben erscheinen. Ra 80 ist die Untergrenze für Verkaufsräume.
| Bereich | Beleuchtungsstärke | UGR | Ra |
|---|---|---|---|
| Verkaufsraum | 300 lx | 22 | 80 |
| Kassenbereich | 500 lx | 19 | 80 |
| Regalflächen, vertikal | 200 lx | 22 | 80 |
| Lagerraum | 100 lx | 25 | 80 |
| Sozialraum | 200 lx | 22 | 80 |
Für Arbeitsstätten ergänzt die ASR A3.4 Beleuchtung und Sichtverbindung die Norm um Vorgaben zu Beleuchtungsstärken, Blendung und Instandhaltung.
Lichtfarbe, Blendung und Warenpräsentation
Die Lichtfarbe steuert die Wirkung des Sortiments. 3000 K wirkt warm und passt zu Mode, Schmuck und Wohnaccessoires. 4000 K wirkt neutral und passt zu Technik, Drogerie und Frischetheken. Zwei verschiedene Lichtfarben in einem Raum wirken unruhig.
Gegen Blendung hilft tief eingebaute Technik. Reflektorspots mit versenkter Lichtaustrittsfläche halten den UGR-Wert ein. Schmale Strahlwinkel um 24 Grad setzen Ware in Szene, weil der Kontrast zwischen Ware und Umgebung steigt.
Für Fleisch, Obst und Textilien lohnt Ra 90. Achten Sie beim Kauf auf Lichtstrom, Abstrahlwinkel und Dimmverhalten. Ein Laden-Spot liegt häufig bei 500 bis 1000 Lumen und 40.000 Betriebsstunden.
Einsparmaßnahmen mit der größten Wirkung
- Leuchtmittel tauschen: Halogen und Leuchtstoffröhren weichen LED-Spots mit 100 bis 150 lm/W.
- Anschlussleistung senken: 6 bis 8 W/m² genügen oft, wo früher 15 W/m² installiert waren.
- Dimmen: In Randzeiten reichen 30 bis 50 Prozent der Nennleistung.
- Tageslicht nutzen: Lichtsensoren regeln die Schaufensterreihe bei Sonneneinstrahlung herunter.
- Steuerung ergänzen: Präsenzmelder in Lager, Umkleide und Sozialraum.
Wie viel Prozent drin sind, hängt von der Ausgangslage ab. Halogen gegen LED bringt 70 bis 85 Prozent weniger Leistung für denselben Lichtstrom. Leuchtstoff gegen LED liegt bei 40 bis 60 Prozent. Dimmen ergänzt 20 bis 30 Prozent, Präsenzsteuerung in Nebenräumen weitere 10 bis 20 Prozent.
Beispielrechnung für 400 Quadratmeter Verkaufsfläche
Angenommen werden 400 m², 15 W/m² Anschlussleistung, 3500 Betriebsstunden pro Jahr und 0,30 Euro pro kWh netto. Die Anlage kommt damit auf 6 kW.
Bisher: 6 kW mal 3500 Stunden ergeben 21.000 kWh im Jahr. Bei 0,30 Euro pro kWh sind das 6.300 Euro netto, mit 19 Prozent MwSt 7.497 Euro pro Jahr.
Nach der Umrüstung: 6 W/m², also 2,4 kW, und weiterhin 3500 Stunden ergeben 8.400 kWh. Das sind 2.520 Euro netto, mit MwSt 2.998,80 Euro pro Jahr.
Die Differenz liegt bei rund 4.500 Euro brutto im Jahr, etwa 60 Prozent. Bei angenommenen 20.000 Euro Investition brutto amortisiert sich die Umrüstung nach etwa viereinhalb Jahren. Wie sich der Stromverbrauch auf die Klimabilanz auswirkt, zeigen die Klima- und Energiedaten des Umweltbundesamts.
Förderung, Pflichten und Betrieb
Für gewerbliche Beleuchtung gibt es Förderprogramme des Bundes. Anträge laufen über die Energieeffizienz-Förderung der BAFA.
Sicherheitsbeleuchtung ist Pflicht und unabhängig von der Effizienzplanung. Der Anhang der Arbeitsstättenverordnung verlangt sie für Rettungswege und gefährdete Bereiche.
Steuerung wirkt nur mit passender Infrastruktur. DALI-Treiber erlauben Gruppen, Zeitschaltprogramme und Tageslichtregelung. Wer heute saniert, sollte dimmbare Treiber einplanen, auch wenn die Steuerung erst später kommt.
Planen Sie die Wartung von Anfang an ein. Verschmutzte Leuchten verlieren Licht, der Wartungswert sinkt. Reinigungsintervalle und Leuchtentausch gehören in den Betriebsplan.
Häufige Fragen
Welche Beleuchtungsstärke braucht ein Verkaufsraum?
Nach DIN EN 12464-1 sind es 300 lx auf der Fläche, 500 lx an der Kasse und 200 lx auf Regalen.
Rechnet sich der Wechsel auf LED-Spots?
In der Beispielrechnung sinken die Stromkosten um rund 60 Prozent. Die Investition amortisiert sich dort nach etwa viereinhalb Jahren.
Was bringt eine Präsenzsteuerung im Laden?
In selten genutzten Bereichen wie Lager, Umkleide oder Kühlraum senkt sie die Betriebsstunden deutlich. Im Verkaufsraum selbst bringt Tageslichtregelung mehr.
Welche Lichtfarbe ist richtig?
3000 K für Mode und Wohnbereich, 4000 K für Technik und Frische. Entscheidend ist ein einheitliches Bild im Raum.
Ist eine Sicherheitsbeleuchtung vorgeschrieben?
Ja, der Anhang der Arbeitsstättenverordnung verlangt sie für Rettungswege und Bereiche mit besonderer Gefährdung.