Rechnerische Ermittlung der Stromkosten einer Gewerbeleuchtung
Bild: Beleuchtungsakte

Bürolicht

Teil von Betriebskosten der Gewerbeleuchtung sachlich in vier Kostenblöcken ordnen

Wie berechnet man die Stromkosten einer Gewerbeleuchtung selbst?

Stromkosten Gewerbeleuchtung selbst berechnen: Formel mit Leistung in Watt, Betriebsstunden und Strompreis plus Beispielrechnung in Euro inklusive MwSt.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die Grundformel lautetLeistung in Kilowatt mal Betriebsstunden mal Arbeitspreis in Euro je Kilowattstunde.
  • Die Leistung steht im Datenblatt der Leuchte, einschließlich Betriebsgerät.
  • Betriebsstunden ergeben sich aus Nutzungszeiten und Arbeitstagen, nicht aus dem Kalenderjahr.
  • Auf den Nettobetrag kommt die Umsatzsteuer von 19 Prozent, sofern kein Vorsteuerabzug möglich ist.
  • Ein Rechenbeispiel40 Leuchten mit je 30 Watt, 2.500 Stunden und 0,25 Euro je Kilowattstunde ergeben 892,50 Euro brutto im Jahr.

Die Formel in vier Größen

Von vier Angaben zu den Jahreskosten

  1. Leistung je Leuchte in kW
  2. mal Anzahl der Leuchten
  3. mal Betriebsstunden in h
  4. mal Arbeitspreis Euro/kWh
  5. gleich Nettokosten pro Jahr

Watt rechnen Sie in Kilowatt um, indem Sie durch 1.000 teilen. Aus 30 Watt werden 0,03 Kilowatt. Der Arbeitspreis steht auf der Stromrechnung in Cent je Kilowattstunde; 25 Cent sind 0,25 Euro.

Multiplizieren Sie zuerst Leistung und Betriebsstunden, erhalten Sie den Verbrauch in Kilowattstunden. Diesen Wert multiplizieren Sie mit dem Arbeitspreis. Das Ergebnis ist der Nettobetrag für ein Jahr.

Leistung, Betriebsstunden und Strompreis richtig ansetzen

Die Leistungsaufnahme steht im Datenblatt oder auf dem Typenschild der Leuchte. Bei Leuchten mit austauschbarem Betriebsgerät zählt die Gesamtleistung von Leuchtmittel und Vorschaltgerät. Wer nur die Wattzahl der Lampe einsetzt, rechnet zu niedrig.

Die Betriebsstunden folgen aus dem Nutzungsprofil. Ein Büro mit 250 Arbeitstagen und zehn Stunden Beleuchtungszeit kommt auf 2.500 Stunden. Die Beleuchtungsstärken für Arbeitsräume legt die ASR A3.4 Beleuchtung und Sichtverbindung fest.

Der Strompreis ist der Arbeitspreis Ihres Tarifs, nicht ein bundesweiter Durchschnitt. Die Bundesnetzagentur weist im Monitoringbericht Preise für Industrie- und Gewerbekunden aus. Das Statistische Bundesamt führt Erzeugung und Verbrauch in seiner Statistik: Energieerzeugung im Statistischen Bundesamt.

Zusätzlich fallen bei Gewerbetarifen oft Leistungspreise, Netzentgelte und Messstellenentgelte an. Sie hängen von der Anschlussleistung ab und lassen sich nicht über die Kilowattstunde verteilen.

Beispielrechnung für eine Lagerhalle

Eine Lagerhalle mit 40 Leuchten, 30 Watt je Leuchte, 2.500 Betriebsstunden und 0,25 Euro je Kilowattstunde ergibt folgende Werte.

GrößeWert
Anzahl Leuchten40
Leistung je Leuchte30 W
Gesamtleistung1,2 kW
Betriebsstunden pro Jahr2.500 h
Arbeitspreis0,25 Euro/kWh
Verbrauch3.000 kWh
Nettokosten750,00 Euro
Umsatzsteuer 19 Prozent142,50 Euro
Bruttokosten892,50 Euro

Die Nettokosten von 750,00 Euro ergeben sich aus 1,2 Kilowatt mal 2.500 Stunden mal 0,25 Euro. Mit 19 Prozent Umsatzsteuer steigt der Betrag auf 892,50 Euro. Bei Vorsteuerabzug bleibt es bei 750,00 Euro.

In fünf Schritten zur eigenen Zahl

  1. Leistung je Leuchte aus dem Datenblatt ablesen und durch 1.000 teilen.
  2. Anzahl der Leuchten im betrachteten Bereich zählen und mit der Leistung multiplizieren.
  3. Betriebsstunden aus Arbeitstagen und täglicher Nutzungsdauer bilden.
  4. Arbeitspreis der letzten Stromrechnung in Euro je Kilowattstunde umrechnen.
  5. Verbrauch mit dem Arbeitspreis multiplizieren und 19 Prozent Umsatzsteuer aufschlagen.

Wo die Rechnung ungenau wird

Präsenz- und Tageslichtsteuerung senken die Betriebsstunden, nicht die Leistung. Ein Bewegungsmelder im Lager verkürzt die Einschaltdauer deutlich. Rechnen Sie dann mit zwei Zeitfenstern: Grundbeleuchtung und Bedarfsbeleuchtung.

Bei alter Technik lohnt der Vergleich. Eine Leuchte mit 90 Watt verbraucht dreimal so viel wie ein Modell mit 30 Watt. Die Bedingungen für gewerbliche Effizienzmaßnahmen nennt das Energieeffizienz-Programm des BAFA.

Häufige Fragen

Muss ich die Umsatzsteuer mitrechnen?

Nur wenn Sie keinen Vorsteuerabzug geltend machen können. Unternehmen mit Vorsteuerabzug kalkulieren mit dem Nettobetrag.

Wo finde ich die Leistung einer Leuchte?

Im Datenblatt, auf dem Typenschild oder in der Produktdatenbank des Herstellers. Angegeben wird die Leistungsaufnahme in Watt, meist einschließlich Betriebsgerät.

Welche Betriebsstunden sind realistisch?

Büros liegen meist zwischen 2.000 und 2.800 Stunden pro Jahr. Verkaufsflächen liegen darüber, Lagerhallen oft darunter. Maßgeblich ist das eigene Nutzungsprofil.

Welcher Strompreis gilt für Gewerbekunden?

Der Arbeitspreis Ihrer eigenen Rechnung. Bundesweite Mittelwerte liefert der Monitoringbericht der Bundesnetzagentur, der nach Kundengruppen trennt.

Senkt eine Lichtsteuerung die Stromkosten?

Ja, über die Betriebsstunden. Präsenzmelder und Tageslichtregelung verkürzen die Einschaltdauer, die Formel bleibt gleich.

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