Kalkulationsschema für Hallenbeleuchtung mit Investition, Stromkosten und Amortisation
Bild: Beleuchtungsakte

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Teil von Die Auslegung einer Hallenbeleuchtung: Entscheidungen, Regelwerke und Betriebsaufgaben

Mit welchen Kalkulationsschemata wird die Wirtschaftlichkeit der Hallenbeleuchtung geprüft?

Wirtschaftlichkeit Hallenbeleuchtung: Kalkulationsschemata für Kapitalwert, Amortisation, Strom- und Wartungskosten in Euro inkl. MwSt. für Betreiber prüfen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Vier Schemata tragen die PrüfungInvestitionsrechnung, Stromkostenrechnung, Wartungskostenrechnung und Kapitalwertmethode.
  • Die Amortisationsrechnung zeigt das Jahr, in dem die Einsparung die Investition deckt.
  • Stromkosten entstehen aus Leistungsaufnahme mal Betriebsstunden mal Arbeitspreis.
  • Wartungskosten folgen aus Reinigungsintervallen, Austauschraten und Lebensdauer.
  • Der Zinssatz steuert den Kapitalwert, deshalb gehört er in jede Tabelle.

Kalkulationsschemata und ihre Rechengrößen

Für die Wirtschaftlichkeit der Hallenbeleuchtung sind vier Schemata üblich. Die Investitionsrechnung erfasst Leuchten, Tragesysteme, Elektroinstallation, Steuerung und Inbetriebnahme. Die Stromkostenrechnung bewertet den Verbrauch über die Nutzungsdauer. Die Wartungskostenrechnung bündelt Reinigung, Lampenwechsel und Instandhaltung. Die Kapitalwertmethode führt alle Zahlungsströme auf einen Zinssatz zusammen.

Vier Kalkulationsschemata im Vergleich

Investitionsrechnung

Erfasste Größen
Leuchten, Tragesysteme, Elektro
Zeitbezug
einmalig
Ergebnis
Bruttoinvestition
Basis
netto oder brutto

Stromkostenrechnung

Erfasste Größen
Leistung, Stunden, Arbeitspreis
Zeitbezug
jährlich
Ergebnis
Stromkosten pro Jahr
Basis
netto oder brutto

Wartungskostenrechnung

Erfasste Größen
Reinigung, Austausch, Instandhaltung
Zeitbezug
jährlich
Ergebnis
Wartungskosten pro Jahr
Basis
netto oder brutto

Kapitalwertmethode

Erfasste Größen
Alle Zahlungsströme, Zinssatz
Zeitbezug
über Nutzungsdauer
Ergebnis
Kapitalwert
Basis
netto oder brutto

Die Tabelle zeigt, welche Größen je Schema gebraucht werden. Betreiber mit Vorsteuerabzug rechnen netto, ohne Vorsteuerabzug brutto. Kennzeichnen Sie die gewählte Basis im Kalkulationsblatt. Die ASR A3.4 der BAuA zu Beleuchtung und Sichtverbindung nennt Anforderungen an Beleuchtung in Arbeitsstätten, die die Planung binden.

Investition, Stromkosten und Wartung in Euro erfassen

Die Bruttoinvestition ergibt sich aus Angebotssummen der Leuchten, Montagematerial, Elektroarbeiten und Steuerungskomponenten. Ausgewiesen wird der Betrag in Euro inklusive 19 Prozent MwSt. und mit Datum. Kalkulieren Sie zusätzlich einen Reserveposten von fünf bis zehn Prozent, weil Nacharbeiten an Tragesystemen vorkommen.

Die Stromkosten folgen aus Leistungsaufnahme, Betriebsstunden und Arbeitspreis. Ein Betrieb erfasst die Leistung in Kilowatt, die Stunden pro Jahr und den Preis in Euro je Kilowattstunde. Die Ökodesign-Anforderungen für Lichtquellen und Betriebsgeräte grenzen die zulässigen Verluste ab, siehe Delegierte Verordnung 2019/2020 zu Ökodesign. Die Energieverbrauchskennzeichnung liefert Vergleichswerte. Betriebsstunden stammen aus Schichtplänen und Belegungszeiten.

Wartungskosten bestehen aus Reinigung der Leuchten, planmäßigem Austausch und Störungsbeseitigung. Hersteller geben in Datenblättern Lebensdauer und Wartungsfaktoren an. Multiplizieren Sie den Aufwand je Wartungsfall mit der erwarteten Anzahl pro Jahr.

Rechenbeispiel: Kapitalwert einer Hallenbeleuchtung

Beispielrechnung für eine Halle mit 60 Leuchten, 3.000 Betriebsstunden im Jahr und einem Arbeitspreis von 0,28 Euro je Kilowattstunde netto. Die Bestandsanlage nimmt 6,0 Kilowatt auf, die neue Anlage 2,4 Kilowatt. Der Verbrauch sinkt von 18.000 auf 7.200 Kilowattstunden.

Die Stromeinsparung beträgt 3.600 Euro netto im Jahr, brutto 4.284 Euro. Die Investition liegt bei 21.000 Euro brutto. Die Amortisationsdauer errechnet sich aus Investition geteilt durch jährliche Einsparung, also 21.000 geteilt durch 4.284, gerundet 4,9 Jahre.

Für den Kapitalwert zinsen Sie jede Jahresersparnis mit dem Kalkulationszinssatz ab. Bei 4 Prozent und 15 Jahren Nutzungsdauer ergibt der Rentenbarwertfaktor 11,12 einen Barwert von 47.640 Euro brutto. Abzüglich der Investition bleiben 26.640 Euro Kapitalwert. Positive Werte sprechen für die Umrüstung.

Wartung, Zinssatz und belastbare Datenquellen

Der Zinssatz bildet die Kapitalkosten ab. Nehmen Sie den Zinssatz der Hausbank für eine vergleichbare Laufzeit oder die geforderte Mindestverzinsung des Unternehmens. Dokumentieren Sie die Herkunft des Satzes, denn der Kapitalwert reagiert stark darauf.

Als Orientierung für Effizienzrechnungen dienen Veröffentlichungen der Deutschen Energie-Agentur (dena). Die Bundesnetzagentur berichtet in ihrem Monitoringbericht über Strompreise und Netzentgelte. Hersteller liefern Leistungsaufnahme, Lichtstrom und Lebensdauer. Prüfen Sie die Angaben gegen die eigenen Messwerte.

Fördermittel senken die Investition. Das BAFA-Programm für Energieeffizienz unterstützt Unternehmen bei hocheffizienten Technologien. Fördersätze für Beleuchtung nennt die Seite nicht. Setzen Sie zunächst die Bruttoinvestition an und erfassen Sie einen Zuschuss separat.

Häufige Fragen

Welche Kennzahlen gehören in das Kalkulationsblatt?

Investition in Euro inklusive MwSt., Jahresstromkosten, Wartungskosten, Zinssatz, Amortisationsdauer und Kapitalwert. Ergänzen Sie Betriebsstunden und Leistungsaufnahme, weil beide die Stromkosten bestimmen.

Wie wird die Amortisationsdauer berechnet?

Investition geteilt durch jährliche Einsparung. Rechnen Sie beide Größen auf derselben Basis, also netto oder brutto. Eine Amortisationsdauer von fünf Jahren bei 15 Jahren Nutzungsdauer lässt ausreichend Zeit für Erträge.

Warum ist der Kapitalwert aussagekräftiger als die Amortisation?

Der Kapitalwert verrechnet alle Jahre und den Zinssatz. Die Amortisation nennt nur ein Jahr und lässt spätere Erträge außer Betracht.

Woher kommen die Strompreise?

Aus dem Liefervertrag, aus dem Monitoringbericht der Bundesnetzagentur oder aus eigenen Abrechnungen. Für eine Halle zählt der Arbeitspreis ohne Grundpreis, wenn der Grundpreis unverändert bleibt.

Welche Rolle spielt die MwSt. bei der Kalkulation?

Vorsteuerabzugsberechtigte Betriebe rechnen netto. Ohne Vorsteuerabzug zählt der Bruttobetrag, also mit 19 Prozent MwSt. Halten Sie die Basis über alle Schemata hinweg konstant.

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